Lese weiter und finde es jetzt heraus...

Deine Renteninformation

 

Du bist angestellt und in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) seit mindestens 5 Jahren pflichtversichert, dann hast du bereits deine erste Renteninformation erhalten. Wie du diese liest und wie du die Zahlen interpretieren kannst und was die Informationen für deine finanzielle Zukunft bedeuten, erfährst du in diesem Blogartikel.

 

Auch wenn du jetzt vielleicht denkst: "Langweilig, verstehe ich eh nicht"…Bleib trotzdem dabei und lese mal weiter. Es lohnt sich für dich einmal in die Details zu gehen. Es wird sehr aufschlussreich und du wirst nach dem Lesen selbst deinen aktuellen Rentenanspruch und deine zukünftige Rente ausrechnen können.

 

Aktuell beträgt der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung  18,6 Prozent. Für die Hälfte des Beitrages muss der Arbeitnehmer, für die andere Hälfte müssen Sie als Arbeitgeber aufkommen.

 

Laut einer Schätzung der Deutschen Rentenversicherung liegt die monatliche Standardrente in den alten Bundesländern im Durchschnitt des Jahres 2018 bei 1.419 Euro (West). Von vielen Politikern wird der Rentner, der Rente in dieser Höhe erhält auch als "der Eckrentner" bezeichnet. Dieser zahlt 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung ein, verdient jedes Jahr das Durchschnittsgehalt von aktuell 36.540 Euro und in Ostdeutschland 32.340 €, arbeitet bis zur Regelaltersgrenze und hat bei Rentenbeginn 45 Entgeltpunkte angesammelt.

1419 Euro, diese Zahl erscheint für viele auf den ersten Blick vielleicht ausreichend.

Die Rente, die sich daraus errechnet, beinhaltet jedoch weder eine Inflationsanpassung noch die Abzüge für Sozialversicherung und Steuer.

Doch wie berechnet sich nun diese Rente, die in der Renteninformation auf Seite 1 angekündigt wird.

 

Die Grundlage der Rentenberechnung ist folgende Rentenformel:

 

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor

 

Schauen wir uns die einzelnen Bestandteile dieser Formel einmal genauer an.

Zunächst zu den Entgeltpunkten: Unser Rentensystem ist ein Punktesammelsystem. Wenn Du im Jahr genau das in Deutschland geltende Durchschnittsgehalt beziehst, dann erhältst Du pro Jahr einen Entgeltpunkt.  Die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung liegt im Jahr 2018 in Westdeutschland bei 78.000 Euro, in Ostdeutschland bei 69.600 Euro. Diese gibt an, bis zu welcher Einkommenshöhe Du Entgeltpunkte sammeln kannst. Maximal sind das zwei Punkte pro Jahr. Sollte dein Einkommen die 78.000Euro pro übersteigen, dann zahlt du von dem Einkommen, was darüber liegt, keinen Rentenbeitrag mehr.

Der Zugangsfaktor beträgt 1, sofern man zur Regelaltersgrenze in Rente geht und nicht davor. Bei einem vorzeitigen Rentenantritt werden für jeden Monat 0,3 Prozent abgezogen.

Der aktuelle Rentenwert wird jährlich zum 1. Juli hauptsächlich gemäß der allgemeinen Lohnentwicklung angepasst und liegt aktuell (zweites Halbjahr 2018 bis erstes Halbjahr 2019) in Westdeutschland bei 32,03 Euro, in Ostdeutschland bei 30,69 Euro.

Beim Rentenartfaktor kommt es auf die Art deiner Rente an. Bei gewöhnlichen Altersrenten liegt dieser Wert bei 1. Dagegen werden Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung oder Vollwaisenrenten mit dem Faktor 0,5 bzw. 0,2 und Halbwaisenrenten mit dem Faktor 0,1 multipliziert.

Mit diesen Angaben bist du jetzt in der Lage durch einfach Multiplikation der Werte deine potenzielle Rentenhöhe auszurechnen.

 

In der Renteninformation wird aufgrund möglicher Rentenerhöhungen folgendes geschrieben:

 

"Rentenanpassung: Aufgrund zukünftiger Rentenanpassungen kann die errechnete Rente in Höhe von X EUR tatsächlich höher ausfallen. Allerdings können auch wir die Entwicklung nicht vorhersehen. Deshalb haben wir - ohne Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes - zwei mögliche Varianten für Sie gerechnet. Beträgt der jährliche Anpassungssatz 1 Prozent, so ergäbe sich eine monatliche Rente von etwa X + Y. Bei einem jährlichen Anpassungssatz von 2 Prozent ergäbe sich eine monatliche Rente von etwa X+Z."

 

Gehen wir von einer realistischen Rentenerhöhung von einem Prozent pro Jahr aus, dann liegt die Durchschnittsrente in 45 Jahren, also im Jahr 2063, bei 2.164 Euro brutto. Diesen Betrag korrigieren ich  allerdings um die Inflation mit zwei Prozent pro Jahr. (Realistischer wären 3-4 Prozent, aber sein es drum) Unterm Strich erhalten wir somit einen Wert von nur noch 887 Euro brutto. Nach Abzug der Steuern und aller Sozialversicherungsbeiträge liegt der Nettobetrag bei traurigen 613 Euro netto (Kaufkraft).

 

887 € brutto

  • 177,00 € (20 Prozent Steuern)
  • 64,00 € (7,3 Prozent Krankenversicherung)
  • 9,75 € (1,1 Prozent Zusatzbeitrag)
  • 22,60 € (2,55 Prozent Pflegeversicherung)

= 613 € netto

 

Du gehst also 45 Jahre lang arbeiten und verdienst genau so viel wie der durchschnittliches Gehalt in Westdeutschland ist, also 36.540 Euro pro Jahr und du wirst in 45 Jahren mit 613 Euro monatlicher Kaufkraft bedient. Ich sage nur: Viel Spaß. Ein finanziell sorgloses Leben wird definitiv anders aussehen!

Jetzt sagst du vielleicht, dass du ja viel mehr in die Rentenversicherung einzahlst, da dein Gehalt weit höher liegt und du damit auch viel höhere Rente erwarten darfst.

Dazu möchte ich dir mal folgendes zweites Rechenbeispiel vor Augen führen:

Ich berechne nun die Rente max. nach Inflation, aber mit zu erwartender jährlichen Rentenerhöhung.

Diese ergibt sich, wenn alle Faktoren der Rentenformal nahezu das Optimum erreichen.

 

Folgendes Beispiel:

 

Ein Angestellter hat mit 25 Jahren zu arbeiten begonnen und seitdem in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Er wird im Alter von 67 Jahren in Rente gehen. Für 42 Verdienstjahre erreicht er ein Einkommen, das immer dem maximal fördermöglichen Gehalt entspricht. Er verdient während der gesamten 42 Jahre ein Gehalt, das der Beitragsbemessungsgrenze entspricht (2018: 6.500 Euro brutto monatlich – circa 3.950 Euro netto monatlich West; Ost: 5800Euro). Somit sammelt er jedes Jahr die maximal möglichen 2 Entgeltpunkte.

 

Damit ergibt sich folgende Berechnung mit der Rentenformel:

Rente = 84 Punkte x 1 x 31,03 € x 1 = 2.696 € brutto

 

Mit der eingerechneten Rentensteigerung von 1 Prozent pro Jahr ergibt dies 4.094 Euro brutto. Nach Abzug der Inflation von 2% jährlich bleiben davon 1.782 Euro brutto monatlich. Dies entspricht nach Abzug aller Sozialabgaben und Steuern einem Betrag von 1.250 Euro netto.  Zudem ist die Inflationsrate in unserem Szenario mit zwei Prozent auch eher moderat angesetzt.

Jetzt führe dir das mal vor Augen. Du wirst von einem von einem Netto-Erwerbseinkommen während deiner Berufstätigkeit von 3.950 Euro auf eine Rente von 1.250 Euro zurückfallen, wenn Du lediglich auf die gesetzliche Rente gebaut hast. Leider sehr erschreckend finde ich.

 

In der Renteninformation wird nun an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass:

Zusätzlicher Vorsorgebedarf:

 

"Da die Renten im Vergleich zu den Löhnen künftig geringer steigen werden und sich somit die spätere Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert, wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger ("Versorgungslücke"). Bei der ergänzenden Altersvorsorge sollten Sie - wie bei ihrer zu erwartenden Rente - den Kaufkraftverlust beachten."

 

Danke schön, netter Hinweis, denkt man sich da.

 

Meine Meinung dazu:

 

Sofern wir uns nicht selbst um unser Auskommen im Alter kümmern, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit niemand tun.

 

Das System begünstigt die Einstellung, im Hier und Jetzt zu leben und sich über später keine Gedanken zu machen. Diese Einstellung müssen wir aber sofort ablegen und das Zepter selbst in die Hand nehmen. Es wird niemand sonst für uns vorsorgen. Finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen, ist einfacher, als Du jetzt denkst, und es ist auch kein Naturgesetz, bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten zu müssen.

 

 

Verfolge die Beiträge in meinem Investment Blog und du erhältst Schritt für Schritt die Lösung dafür, welche Möglichkeiten es gibt, sich von staatlichen Institutionen unabhängig zu machen.

 

 

Gerne gebe ich dir auch in einem persönlichen Gespräch hilfreiche Tipps oder eine ausführliche Beratung zu diesem Thema. Schreibe mir oder rufe mich einfach an.

 

Noch eine Ergänzung:

 

Wenn du jetzt denkst, hmm… das kann doch gar nicht sein, dann schaue dir mal das folgende Video von Alex Düsseldorf Fischer an. Das Video mit dem Titel "Die Zeitbomben in deinem Rentenbescheid" zeigt dir nochmal sehr eindrucksvoll, was ich mit diesem Artikel deutlich mache möchte.

 

Viel Spaß

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Über den Autor

Der Investment Ingenieur vereint Investmentwissen und ingenieurwissenschaftliche Vorgehensweise.

Er studierte Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Abschluss M.Eng. und absolvierte parallel die Ausbildungen zum Finanzanlagen- und zum Versicherungsfachmann. Seit seinem 17. Lebensjahr beschäftigt er sich intensiv mit Aktien, Investementfonds und Zertifikaten und seit einigen Jahren auch mit dem Thema Immobilien. Das erworbene Wissen gibt er einfach verständlich in seinem Blog weiter. Er möchte den Lesern den entscheidenden Impuls geben, sich von emsigen Sparern zu selbständigen Investoren zu entwickeln. Das ist ihre einzige Chance Vermögen auszubauen und damit unabhängiger zu werden.

 

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